Angst - eine Seelenschamanische Sichtweise

February 16, 2026

Ängste sind eine unverzichtbare Grundausstattung im Rahmen unseres funktionierenden Selbsterhaltungstriebs. Die Angst hat eine wichtige Funktion als ein, die Sinne schärfender und körperkraftaktivierender Schutz- und Überlebensmechanismus, der in tatsächlichen oder auch nur vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes Verhalten einleitet.

Deine Erfahrungen halten für dich wertvolle Hinweise bereit, in welchen Situationen du dich rückblickend angemessen verhalten hast. Sie geben dir die Chance Situationen zu erkennen, in denen du zu kritisch warst, ja sogar überreagiert hast. Vielleicht wiederholte sich dein kritisches Verhalten und du erkennst ein Muster, das deine persönliche Weiterentwicklung beeinträchtigt, dich weniger vor dem Überleben schützt.

Grundsätzlich sind Ängste ein Teil deines Unterbewusstseins, dem «Vertrautheitsgedächnis», wie Schamanen die gegenwärtige Inkarnation bezeichnen. Sie beeinflussen deine Entscheidungen zur Gestaltung deines Lebens auf erhebliche Art und Weise. Sie stammen aus Erlebnissen, die du mit den Gedanken deiner Eltern während deiner Zeugung mitbekommen hast, den Gefühlen deiner Mutter über sich selbst, deinen Vater und ihre Umgebung während den Schwangerschaftsmonaten, mit deinen Erfahrungen mit deinen Eltern oder Beziehungspersonen in deinen ersten 7 Lebensjahren.

Weitere Erlebnisse stammen aus dem «Schattenhaften Unterbewusstsein» deiner vorhergehenden Inkarnation als auch aus deinem «Zellgedächtnis», das zwölf weitere vorhergehende Inkarnationen miteinschliesst. In Summe bilden sie das «persönliche Unterbewusstsein» gemäss der Analytischen Psychologie von Carl Gustav Jung.

Ängste sind Gefühlsregungen, die wie beschrieben zum Schutz deines Überlebens dienlich sind, aber auch zu Unsicherheit führen können. Wesentlich scheint mir, sich diesen Unsicherheiten bewusst zu werden und die energetischen Blockaden, die diese Ängste auslösen, aufzulösen. Du dir die Möglichkeit schaffst, nicht mehr in Resonanz mit Lebenssituationen zu gehen, welche die ängstlichen Gefühlsregungen auslösen.

Es gibt Grundängste, die dir sicher bekannt sind wie z.B.:

·  die Angst vor Veränderungen, deiner Geisteshaltung, der Beziehung zu dir selbst, einem Familienangehörigen, einem Partner, dem Arbeitgeber, Wohnort oder Beruf

·  die Angst vor Endgültigkeit, deiner eigenen, des Lebenspartners, des Umfelds

·  die Angst vor Nähe, zu dir selbst, zu anderen und anderen, die deine Nähe gerne erfahren möchten

·  die Angst vor Selbstwerdung, um unabhängig zu sein, die Möglichkeit deine Talente zu nutzen oder deine Herzenswünsche zu realisieren

Du kannst sie in deinem Alltag entdecken, indem du dir Fragen stellst wie:

·  Was ist, wenn ich...?

·  Was denken die anderen, falls ich...?

·  Wozu sollte ich…?

Sie können dich zu Antworten verleiten, die Ängste als Teil deines Lebens, vielleicht sogar als dein Schicksal oder als eine Charaktereigenschaft von dir zu betrachten. Sie können dir aber auch als Chance dienen, deine innere Stimme, dein inneres ICH, auch als Bauchgefühl bekannt, höher zu gewichten und mit Neugierde, Mut und kreativem Willen einen neuen Weg einzuschlagen und so statt mit deinem Intellekt, mit den neuen Erfahrungen deine Entscheidung zu prüfen.

Eine weitere Möglichkeit deinen Ängsten gewahr zu werden, sind ihre Erscheinungsformen in deinem Alltag zu entdecken. 

·  Unsicherheiten
Beklommenheit, Unbehagen, Scheu und Zaghaftigkeit

·  Furchtformen
Verletzungsfurcht, Versagensfurcht, Berührungsfurcht

·  Zwänge
Esszwang, Kontrollzwang, Reinigungszwang

·  Panikattacken
Angstanfall, Schockstarre, Katastrophenlähmung

·  Psychosen
Neurotische Ängste, Verfolgungswahn, Lebensangst

·  Phobien
Angst vor spezifischen Dingen wie Spinnen, Höhen, Höhlen oder
Angst vor sozialen Situationen wie von anderen als merkwürdig, peinlich oder gar als lächerlich empfunden zu werden. Sichtbare Zeichen der Angst können Erröten, Zittern, Schwitzen oder Weinen sein.

Diese Ängste zeigen sich in deinem Handeln. Wenn du möchtest, kannst du dir Abhilfe durch psychologische und/oder medizinische Betreuung schaffen.

Es gibt aber auch Ängste, die durch ihr subtiles Wirken deine Entscheidungen so beeinflussen, dass du sie kaum als Ängste wahrnimmst. Sie verleiten dich zur Annahme, dass du die Entscheidung bewusst getroffen hast und dein Handeln «normal» ist, «es eben so ist, wie es ist».

Aus schamanischer Sichtweise sind Ängste Erfahrungen, auch wenn du dich an sie nicht erinnern kannst, die energetische Blockaden freigesetzt haben, die bis dato nicht aufgelöst wurden. Zwei Beispiele mit Erfahrungen aus vorhergehenden Inkarnationen, die tödlich endeten:

·  das Vermeiden eine Piazza oder einen bekannten Platz eines Dorfes zu überqueren. Stattdessen wird der Rand der Piazza bevorzugt, um ans andere Ende zu gelangen

·  das Tragen eines Schals in den vier Jahreszeiten, ungeachtet der herrschenden Temperaturen und Wetterbedingungen

Nebst dem Weg über die Grundängste und den beschriebenen Erscheinungsformen, kannst du dir deiner Ängste auch bewusstwerden, indem du dein Verhalten in Situationen, die einen Fluchtreflex, eine Angriffshaltung, eine Überhöhung oder eine Verharmlosung auslösen, beobachtest. Achte darauf, welche typische «Einstellungstendenz» deinem Handeln ähnelt.

1.  Vermeidungsverhalten versucht Angst induzierenden Ereignissen, Räumen oder Personen möglichst auszuweichen

2.  Bagatellisierungsverhalten ist bestrebt peinlich erlebte Angstgefühle vor sich und anderen herunterzuspielen

3.  Verdrängungsverhalten versucht hinderliche Angstgefühle zu unterdrücken oder wegzuschieben

4.  Leugnungsverhalten blendet Anzeichen von Angst aus dem Bewusstsein aus oder versteckt die als Schwäche empfundenen Angstgefühle vor anderen

5.  Übertreibungsverhalten wiederholt und überzieht Sicherheitsvorkehrungen zur Beruhigung der angespannten Gefühlslage

6.  Generalisierungsverhalten folgt dem Denkschema Ängste als «normale» Erscheinung einzuordnen, um sich aus einer erlebten Sonderstellung zu befreien, «Jeder hat doch Angst»

7.   Bewältigungsverhalten bemüht sich um ein realitätsgerechtes Maß an Angst, um ein «funktionierendes Angstgewissen»

8.  Heroisierungsverhalten nimmt die emotionale Befindlichkeit der Angst an, sucht sie sogar und empfindet dabei ein gewisses Heldentum

Zum Abschluss ein Hinweis zu den Folgen gelebter Ängste, die dir durch deinen Körper signalisiert werden können. Typische Symptome sind:

·  Herzrasen, Zittern oder Schwitzen, Erröten

·  Atemnot, Beklemmungsgefühle in der Brust oder Schwindel

·  Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen

·  Psychische Symptome wie Kontrollverlust oder Schlafstörungen

·  Spannungen im unteren Wirbelsäulenbereich, im Kreuzbein

·  Kalte Hände und kalte Füße, ungeachtet der Wetterlage und Umgebungstemperaturen

Mit den beschriebenen Aspekten zu den Grundängsten, den Erscheinungsformen der Angst, den persönlichen Einstellungstendenzen und den sich körperlich zeigenden Symptomen möchte ich dir gerne die verschiedenen Erkennungsmöglichkeiten vermitteln, die dich unterstützen können, damit du deine Ängste realisieren und ihre Wirkung auf dein Leben besser nachvollziehen kannst.
Du kannst sie auch als einen Teil deiner Geheimnisse im Sinne des Zitats von Carl Gustav Jung verstehen.

«Nicht wir haben Geheimnisse, die wirklichen Geheimnisse haben uns»

Für Seelenschamanen ist es wesentlich Ängste als solche wahrzunehmen, sich mit ihrer Auswirkung als energetische Blockaden zu befassen und sie aufzulösen. Sie sind in unseren Zellen gespeichert, egal in welcher Inkarnation die Erlebnisse stattgefunden haben.

Ihre Auflösung ist möglich, wenn du dich dafür entscheidest und es dir sehnlichst wünschst. Ich kann es dir aus eigener Erfahrung empfehlen, denn die Auflösung wirkt erleichternd. Befreit sie dich doch von deinen ängstlichen Gefühlsregungen und inspiriert dich, dank des inneren Friedens, den du erfährst, deinen Fokus auf die Dinge zu richten, die dich wahrhaftig interessieren.

In diesem Sinne wünsche ich dir Mut zu neuen Erfahrungen in deinem Leben.

Herzlichst

Joachim Pfautsch